40.500 Windräder auf einer Karte: Wie ich in einem Wochenende eine Energiedaten-Plattform gebaut habe

Letzte Woche hatte ich eine einfache Frage: Wo stehen eigentlich alle Windkraftanlagen in Deutschland?
Nicht als statische Grafik in einem PDF. Nicht als Tabelle in einer Behörden-Datenbank. Sondern als interaktive Karte, die jeder nutzen kann — mit echten Daten, live.
48 Stunden später war die Plattform online. 40.500 Windkraftanlagen. Jede einzelne mit Standort, Leistung, Hersteller, Baujahr und EEG-Förderende.
Was dann passierte, hat mich selbst überrascht.

Die Idee: Öffentliche Daten, die niemand nutzt
Deutschland hat eines der umfangreichsten Energiedaten-Register der Welt: das Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Jede Solaranlage, jedes Windrad, jedes Kraftwerk — alles registriert, alles öffentlich, alles unter offener Lizenz.
Das Problem: Die Daten liegen als XML-Bulk-Export oder hinter einer API. Um sie zu nutzen, brauchst du Programmierkenntnisse, Geduld und ein paar Stunden Zeit zum Parsen.
Oder du lässt KI-Agenten die Arbeit machen.
Der Tech-Stack: Was dahinter steckt
Die Plattform läuft auf einem überraschend einfachen Stack:
- Next.js — Das Frontend-Framework
- deck.gl + MapLibre — Für die Kartenvisualisierung. deck.gl kann hunderttausende Datenpunkte flüssig rendern, MapLibre liefert die Basiskarte
- MaStR-Daten — 40.500 Windkraftanlagen als JSON, extrahiert aus dem XML-Bulk-Export
- SMARD API — Live-Einspeisedaten und Strompreise von der Bundesnetzagentur
- Bright Sky API — Aktuelle Windgeschwindigkeiten vom Deutschen Wetterdienst
Das Besondere: Alle Datenquellen sind öffentlich und kommerziell nutzbar. Keine proprietären APIs, keine teuren Lizenzen, keine Abhängigkeiten.
Was die Daten verraten
Wenn du 40.500 Windräder auf eine Karte packst, siehst du Muster, die in keiner Statistik stehen:
🔴 9.247 Anlagen ohne EEG-Förderung
Fast ein Viertel aller Windräder in Deutschland hat bereits keine EEG-Förderung mehr. Die 20-jährige Vergütung ist ausgelaufen. Diese Anlagen laufen weiter — aber zu Marktpreisen, die oft nicht kostendeckend sind.
Für Betreiber heißt das: Jede dieser Anlagen ist eine Entscheidung. Weiterbetrieb? Repowering? Rückbau? Die Plattform macht auf einen Blick sichtbar, wo diese Entscheidungen anstehen.
🟠 3.094 weitere bis 2028
Die nächste Welle kommt: Über 3.000 Anlagen verlieren ihre Förderung in den nächsten zwei Jahren. Für die Branche ist das eine massive Herausforderung — und eine Chance für neue Geschäftsmodelle wie Energy Sharing.
📍 Die Konzentration ist extrem
Schleswig-Holstein und Niedersachsen dominieren. Aber die Karte zeigt auch die weißen Flecken — Bundesländer mit Platz und Wind, aber kaum Anlagen. Bayern zum Beispiel hat weniger Windräder als einige einzelne Landkreise in Norddeutschland.
Konventionelle Kraftwerke: Der Kontrast
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Zur Einordnung habe ich auch 396 konventionelle Kraftwerke auf die Karte gepackt — Erdgas, Steinkohle, Braunkohle, Öl. Der visuelle Kontrast ist beeindruckend: 40.500 dezentrale Windräder vs. 396 zentrale Großkraftwerke. Das ist die Energiewende in einem Bild.
Features: Was die Plattform kann
- Farbmodi: Nach Leistung, Hersteller, Baujahr, EEG-Status, Umsatz — oder als Heatmap
- Regionale Statistiken: Choropleth-Karte nach Bundesland mit Hover-Tooltips
- Live-Daten: Aktuelle Wind-Einspeisung und Strompreise
- Zeitslider: Ausbau von 1990 bis 2026 durchscrollen
- Filter: Nach Bundesland, Hersteller, Kapazität, Baujahr
- Mobile-optimiert: Bottom-Sheets, Touch-Targets, responsive Charts
Die KI-Agenten hinter dem Projekt
Ich habe die Plattform nicht allein gebaut. Mein KI-Agent hat den Großteil der Implementierung übernommen:
- Daten-Pipeline: MaStR XML-Export parsen, PLZ anreichern, zu JSON konvertieren
- Frontend: Kartenvisualisierung, responsive Design, Charts
- Deployment: Cloudflare Tunnel, Server-Konfiguration, automatische Sync-Scripts
- Rechtliches: Impressum, Datenschutzerklärung, Quellenprüfung aller Datenlizenzen
Mein Job war: Die richtigen Fragen stellen, Entscheidungen treffen und die Ergebnisse prüfen. Die Umsetzung? Das war KI.
Deshalb konnte ein einzelnes Wochenende reichen.
24 Stunden nach dem LinkedIn-Post
Ich habe den Link zur Plattform auf LinkedIn geteilt. Innerhalb von 24 Stunden:
- 24.000 Impressions
- 16.000 erreichte Personen
- 114 Reaktionen, 39 Kommentare
- 29 gespeicherte Beiträge
Und dann kam die erste konkrete Geschäftsanfrage.
Jemand aus der Energiebranche schrieb mir: In seinem Heimatdorf gibt es ein metallverarbeitendes Unternehmen, das mehr Strom verbraucht als das gesamte Dorf zusammen. Mit den kommenden EU-Regeln zum Energy Sharing (ab Mitte 2026) möchte er das Dorf zum Kraftwerk des Unternehmens machen.
Seine Idee für die Plattform:
- Einen einzelnen Bilanzkreis sichtbar machen
- Alle erneuerbaren Energien kumulieren (Wind + Solar + Biogas)
- Aus Erzeugungsdaten eine Lastkurve erzeugen
Damit könnte man alle Beteiligten an einen Tisch bringen: Dem Unternehmen zeigen, wie viel Energie aus erneuerbaren Quellen möglich ist. Dem Netzbetreiber, wie das sein Netz entlastet. Den Einwohnern, dass ihre Investition in erneuerbare Energien dem ortsansässigen Unternehmen zugute kommt.
Das ist der Moment, in dem aus einem Wochenend-Projekt ein Business wird.
Was ich daraus lerne
Drei Erkenntnisse:
1. Öffentliche Daten sind ein unterschätzter Rohstoff. Deutschland hat fantastische Open-Data-Quellen. Das Problem war nie der Zugang — es war die Aufbereitung. KI löst genau dieses Problem.
2. Build in Public funktioniert. Ich habe nicht ein fertiges Produkt präsentiert und gehofft, dass jemand kauft. Ich habe ein Experiment geteilt und gefragt: Ist das nützlich? Die Antwort kam als konkrete Geschäftsanfrage.
3. KI-Agenten verändern die Gleichung. Vor einem Jahr hätte dieses Projekt Wochen gedauert und ein kleines Team gebraucht. Jetzt ist es ein Wochenende und ein KI-Agent. Die Kosten sind minimal, die Geschwindigkeit ist absurd.
Probier es selbst aus
Die Plattform ist live und kostenlos nutzbar:
Zoom rein, klick auf eine Anlage, schau dir die Daten an. Und wenn du eine Idee hast, was man damit noch machen könnte — schreib mir auf LinkedIn.
Die Daten sind öffentlich. Die Technologie ist da. Die Frage ist nur: Was baust du damit?
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Über den Autor

Jan Koch
KI Experte, Berater und Entwickler. Ich helfe Unternehmern und Entwicklern, KI effektiv einzusetzen - von der Strategie bis zur Implementierung.
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