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Wie KI dein Unternehmen in 12 Monaten transformiert: Leo Schmedding im Interview

Jan Koch
Jan Koch
KI Experte & Berater
32 Min.

124.000 YouTube-Abonnenten in nur einem Jahr — Leo Schmedding von Everlast AI hat einen der am schnellsten wachsenden KI-Kanäle in Deutschland aufgebaut.

In diesem Interview teilt er, wie Unternehmen KI strategisch einsetzen, welche Herausforderungen bei der Implementierung lauern, und was die nächste Generation erwartet.

Darum geht es

Willkommen zum heutigen Interview mit Leo Schmedding von Everlast AI, einem der am schnellsten wachsenden YouTube-Kanäle zum Thema KI im Business-Kontext in Deutschland. In nur einem Jahr hat Leo 124.000 Abonnenten mit seinem Team zusammengebracht und in diesem Interview teilt er seine Perspektiven darauf, zum einen, wie Unternehmen von KI am besten profitieren können, wie die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert wird mit ganz konkreten Beispielen, Ansätzen und Prozessen, die ihr nach diesem Podcast umsetzen könnt in eurem Unternehmen. Wir sprechen auch darüber, welche Herausforderungen es bei der Implementierung von KI gibt seitens Mitarbeiterführungen, Change Management und so weiter und Leo beleuchtet auch, wie die zukünftige Generation vom Thema KI beeinflusst wird. Wir sprechen über massive Veränderungen durch KI in verschiedensten Branchen, wie sich die Arbeitswelt ändert und wie wir uns anpassen müssen an eine KI-getriebene neue Welt und Leo gibt ganz konkrete Beispiele, was ihr jetzt tun könnt, um bei dem Thema KI voranzukommen, um nicht abgehängt zu werden, denn eins ist klar, kein Unternehmen der Welt und keine Führungskraft der Welt kann es sich leisten, diesen Sprung, den wir gerade alle machen müssen, zu verpassen.

Bleibt dran, denn dieses Gespräch ist vollgepackt mit spannenden Infos und vor allem mit praxisnahen Tipps, die ihr direkt mitnehmen könnt in euer Unternehmen. Ich wünsche euch viel Spaß, nach dem Intro geht's los. Leo, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast heute. Dein Kanal Everlast.ai ist ja so ziemlich explodiert, würde ich mal sagen, in den letzten zwölf Monaten, 124.000 Abonnenten, ist schon eine Ansage, wie ist dieser Kanal entstanden? Ich habe gesehen, die ersten Videos gehen so Richtung Business Coaching, Sales Coaching, was bedeutet es, ein Closer zu sein und so weiter, wo kam dann der Schwenk für dich, dass du gesagt hast, KI ist jetzt das Thema, wo ich Everlast positioniere? Ja, absolut, danke dir Jan für die Einladung, also du hast jetzt schon ein bisschen weiter ausgeholt, vielleicht mache ich einen ganz kurzen Abgriff, damit man den Kontext ein bisschen besser versteht.

Ja, gerne. Also wir sind schon vor dem KI-Hype, nenne ich es jetzt einfach mal am Markt, als ganzheitliche Unternehmensberatung, also wir helfen Unternehmen dabei, mehr Umsatz zu machen mit weniger Arbeit und dazu gehören einige Bereiche, also ein Unternehmen hat viele Zahnräder, Marketing, Sales, Digitalisierung, Prozesse, KI letztendlich auch und KI, Prozesse, Automatisierung war immer mein Thema bei uns in der Unternehmensberatung seit jeher und demnach hat es sich angeboten, mich dann auch auf den Kanal loszulassen sozusagen, das war Anfang 2024, also so richtig angefangen mit dem Kanal haben wir 2024, du hast recht, es gibt noch ein paar ältere Videos, die wir damals abgesetzt haben und die in Richtung Vertrieb eher gehen, die mein Geschäftspartner Stevo damals auch gemacht hat, damit hatten wir aber ehrlich gesagt, also ich glaube wir hatten 1000, 2000 Follower, als wir dann den Switch sozusagen zu KI gemacht haben, Ende 2023, Anfang 2024 und seitdem ich dann all in sozusagen in dem Bereich auch rein bin. Ja, ich finde das total sympathisch, dass ihr die online gelassen habt, weil viele YouTuber, die stellen sich ja so da wie, ich hatte so vor die Idee und dann ging das nur noch so bergauf, aber das ist ja nicht die Realität, das ist im YouTube Marketing nicht die Realität, das ist auch bei KI Prozessen nicht die Realität, dass man gleich die Eier legende Wolle nicht saubaut, von daher sehr sehr cool, wie bist du persönlich in das Thema reingekommen? Ja, kurz dazu, also es ist immer so mein Zwiespalt auch gewesen, weil ich sehe es einerseits so wie du, andererseits will ich halt die Follower nicht verwirren, wie wir jetzt den Kontext so ein bisschen gegeben haben, aber ich weiß halt nicht, ob der ein oder andere auf den Kanal geht, dann sieht, ok, da gab es alte Videos zum Thema Sales und dann das jetzt in den Kontext zu bringen, was ich mache, da muss man ein bisschen tiefer eintauchen, deswegen bin ich da auch immer so ein bisschen im Zwiespalt, deswegen war dein Feedback jetzt auch interessant für mich zu hören und genau, wie bin ich dazu gekommen, also wie gesagt Digitalisierung, Automatisierung habe ich seit jeher eh bei uns im Business gemacht und für unsere Kunden und demnach war es nah, aber vielleicht, wie sind wir jetzt konkret ins Thema KI gekommen, also das war fairerweise mit ChatGBT, also direkt als ChatGBT rauskam, 2022 November, bin ich all in gegangen in das Thema, also das war für mich einfach der Auslöser zu sagen, ok, da passiert jetzt was, ja, KI gab es als Feld schon früher und gibt es auch schon seit Jahrzehnten, sogar seit Jahrhunderten, aber generative KI, das ist ja das, was es so besonders macht und was zu einem großen Aufwachen geführt hat und da habe ich dann gesagt, ok, wir befassen uns damit, haben schon die ersten Use Cases mit unserem Team, mit unseren Entwicklern auch eruiert, umgesetzt damals und dann gab es 2023, ich nenne das so die fallische Phase im Markt, also es war so die spielerische Phase, wo man alles mögliche gemacht hat, mit Journey, Bilder bauen, alles mögliche, aber es hat nicht so richtig Hand und Fuß gehabt und ja, dann war Juli 2023 für mich nochmal ein entscheidender Punkt und zwar wurde da ein Video veröffentlicht von RAI, das ist der erste AI Caller gewesen, das war eine Tesla Demo, die man damals vorgestellt hat, wie ein AI Caller einen Tesla am Telefon, nicht verkauft, aber einen Vororttermin vereinbart, das war schon sehr beeindruckend, da wir seit jeher, ja, wie gesagt auch Sales machen, selbst ein großes Sales Team hatten und da habe ich mir gedacht, ok, wenn das schon so funktioniert 2023, gibt es da große Umbrüche und seitdem befasse ich mich dann auch tiefer mit Voice AI und Voice AI Agents und das ist auch ein großes Thema, was ich demnach auf dem Kanal behandle, ja. Ja, den Trend habe ich ähnlich gesehen, wir hatten 2023, hatte ich mit einem damaligen Geschäftspartner eine virtuelle Konferenz zu dem Thema und da hatten wir eine Gastspeakerin aus Australien, die hat ihr Sales Team von 50 Leuten auf 8 runtergebrochen und hat den Restteil mit KI dann abgefrühstückt und hat dann irgendwie irgendwas verrücktes, ich glaube 100.000 Anrufe die Woche oder sowas hat die dann mit KI gemacht, wobei man da, ich glaube 2023 war noch so die Phase, wo man ein bisschen im Kopf haben musste, die englischsprachige KI war gut, die deutschsprachige KI, das war immer noch so ein bisschen abgehackt, aber das Problem haben wir heutzutage auch nicht mehr.

Ja, absolut, genau, das war auch diese AI-Demo, die gab es doch nur auf Englisch, die gibt es bis heute auch gar nicht auf Deutsch, das fing dann so, ich glaube Ende 2023, Anfang 2024 mit deutschen Stimmen, dass es angefangen hat und jetzt wird es immer besser und besser und dieses Jahr, meine persönliche Prognose, wird dann der Durchbruch kommen, also dass man es dann gar nicht mehr unterscheiden kann. Aktuell hört man es noch raus, robotische Stimme, KI-Stimme, aber das wird diesen Jahres aus meiner Sicht gelöst sein, spätestens Anfang nächsten Jahr. Ja, da bin ich bei dir. Ich sehe im Moment als größten Knackpunkt bei Voice AI eigentlich nur noch diese Verzögerung, dass du so eine Latenz von 800 Millisekunden bis anderthalb Sekunden oder sowas hast, was im Gespräch halt fehlen würde, aber da bin ich bei dir, dass sich das verändern wird.

Wie nutzt du KI denn täglich bei dir im Alltag mittlerweile? Ja, das ist eine große Frage. KI muss man halt sagen, ist halt, ist ja, man stellt sich jetzt immer sofort, die eine KI, so ist es ja nicht. Also man kann es jetzt runterbrechen auf Prozesse, auf Abteilungen, auf Bereiche, auf Tools letztlich und was viele zum Beispiel auch unter KI werten, ist Automations. Also es ist jetzt so eine Frage, ist das was, was ich nutze, dass ich diverse Sachen in meinem Arbeitsalltag allein schon wegautomatisiert habe.

Um mal ein Beispiel zu nennen, wären allein Meeting-Aufzeichnungen, Meeting-Protokollierungen beispielsweise oder was wir intern gemacht haben, Sales-Trainings beispielsweise. So, das ist klar, das ist jetzt nicht direkt AI nutzen in dem Sinne, das wurde schon wegautomatisiert sozusagen. Was ich persönlich sehr viel nutze oder wo ich sehr viel Wert drauf lege, KI in alles zu integrieren, was ich tue, aber auch was unsere Mitarbeiter tun, das ist auch ein großer Faktor, den wir mit unseren Kunden immer anschauen, weil aus meiner Perspektive und Erfahrung hier die größten Zeitersparnisse in Summe passieren. Also es ist, wie gesagt, nicht die eine, die jetzt auf einmal die große Zeitersparnisse ist, sondern vor allem auch die Umgewöhnung im eigenen Arbeitsalltag.

So ein Thema, was ich häufig auch propagiere, sind zum Beispiel AI-Diktierfunktionen. Whisperflow ist zum Beispiel ein konkretes Tool, auch wenn ich nie so der Fan bin, direkt immer nur in Tools sich reinzustürzen, aber die Leute hören es halt immer gerne, das wäre mal so was Konkretes. Ja, wo man so eine Diktierfunktion hat und nicht mehr tippt, weil wir Menschen Faktor 4 mal schneller sprechen, als schreiben und demnach für mich etwas, was sofort Zeit spart, aber auch in jeglicher Angelegenheit einfach mit ChatsGBT zu arbeiten oder mit Klot und so weiter. Und das ist auch etwas, wo ich sehr hinterher bin, auch Mitarbeiter oder auch unsere Kunden, die Mitarbeiter unserer Kunden dahingehend zu pushen, weil das, das bringt schon enorm viel, aber ist nicht das, was man sich halt sofort im ersten Moment immer darunter forscht.

Ja, da vielleicht mal ein kleiner Schwenker vom Skript, was ich ursprünglich rüber geschickt hatte, weil da würde ich gerne ein bisschen tiefer drauf einsteigen. Wenn ihr mit euren Kunden arbeitet und es geht so um das Thema, wo kann ich KI denn sinnvoll einsetzen oder vielleicht auch nur Automation, wie du schon sagst, muss ja nicht immer alles gleich KI sein. Welche Grundlagen seht ihr gerne bei euren Kunden, weil wenn ich mich jetzt in meine Zuhörer versetze, Unternehmer, KMU, ich sage mal zehn Mitarbeiter bis vielleicht drei, vierhundert, die überlegen ja auch, welche Grundlage muss ich schaffen, damit ich das Thema überhaupt intern aufmachen kann. Und dann ist der nächste Punkt, wie hole ich denn meine Mitarbeiter ab? Vielleicht kannst du da deinen Blickwinkel mal drauf teilen.

Ja, also zum einen unterstützen wir auch bei den Grundlagen. Also das ist erstmal nicht unbedingt schlimm, wenn gewisse Grundlagen fehlen. Das ist auch sehr häufig etwas, dass halt Interessenten zu uns kommen und direkt mit einem Voice Agent durchstarten wollen beispielsweise. Dann analysieren wir das Unternehmen, stellen fest, hey schaut mal, ihr nutzt noch viel zu viel Papier.

Wir können hier nicht über einen Voice Agent reden, wenn ihr noch nicht mal grundlegend digitalisiert seid. Das können wir schon machen, aber es wäre, ihr habt woanders auch nochmal große Hebel, die vielleicht ein bisschen langweiliger erstmal klingen, aber trotzdem sehr groß sind. Und dabei helfen wir dann auch, also erstmal papierloses Unternehmen zu werden, sagen wir es mal so. Verträge zu automatisieren, zu digitalisieren, Arbeitsverträge, Kundenverträge, Buchhaltung und das alles, was erstmal so ein bisschen langweilig ist.

Wenn man das als Grundlage alles mitbringt, also wenn man ein CM-System hat, wenn man grundlegend digital arbeitet mit all seinen Daten, dann ist das schon mal eine sehr gute Grundlage, um dann auch KI einzuführen. Nehmen wir das Beispiel Voice Agents. Was passiert denn jetzt nach dem Telefonat? Also soll der Voice Agent dir jetzt einen Fax schicken mit der Gesprächszusammenfassung? Also ich hoffe, wenn du schon mal ein CM-System oder so mitbringst, dann ist das eine sehr gute Grundlage, dass man schauen kann, was auch vernünftig ausgewählt wurde, was vernünftige API-Schnittstellen hat, sodass man die Daten dann da reinsenden kann, dass man da die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Da muss man aber sagen, da scheitert es bei vielen deutschen Unternehmen momentan noch.

Also das sehen wir häufig in Projekten, dass wir da ganz viel Grundlagenarbeit erstmal leisten müssen, bevor wir dann an den Mega-Use-Case gehen, den man sich oft so einfach vorstellt, aber die nötige Infrastruktur eben häufig nicht mitgebracht wird. Das heißt, wenn man die Grundlage legt, dann ist man schon mal … Ja, ich habe gerade ein Projekt, was in der Ausarbeitung ist. Da müssen Termine koordiniert werden zwischen meinem Kunden, dem externen Dienstleister, dem Endkunden und dem Deutschen Eichamt. Da kannst du dir vorstellen, wie das da schnittstellentechnisch aussieht.

Wir sind im Moment dabei, das alles per E-Mail-KI zu automatisieren und zu gucken, dass man dann E-Mail-Ping-Pong spielt und das dann am Ende in ein Kalendersystem wieder reinführt. Bist du ein Fan von solchen Bastel-Ansätzen oder sagst du eher, da muss schon eine größere Lösung dann dahinter stehen? Ich bin ein Freund von einfachen Lösungen. Also ich bin kein Freund, oder was ich immer propagiere, auch auf dem Kanal, sich nichts riesig Komplexes aufzubauen. Also es gibt viele, die gerade über AI-Agent-Armeen sprechen und ich habe jetzt eine AI-Agent-Armee, die auf einmal meine ganze Abteilung, meine ganzen E-Mails managt.

Das halte ich großteils für völligen Irrsinn und auch Quatsch und auch nicht für praktikabel, weil was willst du mit so einem ultra komplexen System? Die großen Player integrieren es eh selbst. Also mit Google, Microsoft Copilot und so weiter. Also selbst riesige komplexe Lösungen zu bauen, da bin ich kein Freund davon. Also wir versuchen auch immer alles sehr simpel zu halten, weil nur simple Systeme sind gut und skalierbar.

Und so wenn ich jetzt viel bastel, dann führt das häufig zu Komplexität, aber man muss den einzelnen Use-Case anschauen. Wenn das in dem Fall, den du gerade gebracht hast, die einfachste Lösung ist, um diesen Anwendungsfall zu lösen, dann wäre ich da ein großer Fan davon. Also das kann man jetzt auch nicht ganz pauschalieren. Ja, da hast du schon recht, dass das sehr prozessspezifisch ist.

Was wir auch immer wieder sehen, da wäre ich gespannt, wie das bei euch ist. Es gibt bei den Mitarbeitern unserer Kunden im Prinzip zwei Lager. Das ist wirklich schwarz und weiß. Die einen sagen, ich habe da Bock drauf, ich trage das mit, ich sehe, wie mir das das Leben leichter machen kann, das Thema KI.

Auf der anderen Seite hast du die Leute, die sagen, geh mir weg, das habe ich schon immer so gemacht, ich will das auch weiter so machen. Wie geht ihr mit dieser Balance um bei euren Kunden? Ja, also genau kann ich erst mal genauso bestätigen. Also natürlich sollte man sich zunächst auf die Mitarbeiter fokussieren, die eh schon dem Thema offen gegenüberstehen. Bei den anderen wäre es dann die Aufgabe der Führungskräfte oder wir machen dann auch teils Workshops mit den Leuten, wo wir überhaupt mal aufzeigen.

Weil ich denke, es ist nicht bei jedem direkt eine böse Absicht. Bei manchen ist es auch eine Art Schutzhaltung, weil man Angst hat, dass mein Job jetzt durch KI ersetzt wird. Und das kann man bei dem einen oder anderen durchaus lösen. Also indem man ihnen einfach aufzeigt, wie er seine persönlichen Ziele besser erreicht, also der Mitarbeiter durch KI.

Wie er sich Zeit einspart, aber wie er vielleicht sogar auch seine Karriere fördern kann, weil jeder hat ja Ziele. Also ich hoffe doch, dass die wenigsten Mitarbeiter mit dem Anspruch an ihre Arbeit rangehen und sagen, ich will heute mal ganz bewusst einfach möglichst viel Stress dem Unternehmen bereiten, weil ich nichts tue und weil ich keinen Bock auf gar nichts habe. Also solche Leute gibt es natürlich, aber über die braucht man gar nicht sprechen, weil die gehören gefeuert. Das ist ganz einfach.

Also wenn sich jemand da partout dann gegen auf, einfach aus Prinzip, dann muss man den halt feuern. Also eine andere Lösung gibt es da nicht. Aber alle anderen, die einfach nur ängstlich unterwegs sind, die bekommt man schon oft noch mitgenommen, indem man ihnen einfach aufzeigt, was halt die Potenziale sind. Und spätestens dann, wenn sie die anderen sehen und sehen, da gibt es einen anderen Mitarbeiter, der jetzt KI nutzt und bei dem es besser läuft, der meinetwegen sogar noch befördert wurde, dann fangen die anderen natürlich auch eine Art Konkurrenzdenken zu entwickeln.

Also deswegen ist es halt oft gut, sich auf die ein paar Leute zu fokussieren, die vorankommen wollen. Wenn wir jetzt in A, B, C Player denken, also die A Player und die B Player ziehen dann mit, bestenfalls. Und die C, die kriegst du eh nicht mitgezogen, die müssen dann halt aussortiert. Ja, das kommunizieren wir ähnlich.

Und das bringt mich zu einem hochdiskutierten Thema im Moment. Und zwar gibt es ja so Studien, ich glaube McKinsey sagt 300 Millionen Jobverluste vor, Goldman Sachs schlägt in eine ähnliche Kerbe. Wie ordnest du das ganze Thema ein? Ist das so, dass KI jetzt, vielleicht nicht dieses Jahr, vielleicht nicht nächstes Jahr, aber so auf drei, vier Jahre gedacht, sehen wir da eine Schwemme an Arbeitslosigkeit oder tun sich da neue Möglichkeiten auf? Ja, es wird auf jeden Fall eine riesige Arbeitslosenwelle auf uns zurollen. Es wird diverse Jobverluste geben.

Also das sehe ich absolut so und rede das auch keineswegs schön. Das nervt mich auch so ein bisschen. Das wird häufig gerade in Deutschland so ein bisschen weichgespült. Ja, so schlimm wird schon alles nicht.

Aber man muss ja nur in die Realität schauen. Microsoft hat allein letzte Woche wieder angekündigt, über 9000 Stellen abzubauen. Also gerade wenn wir nach USA, in die USA schauen, da sehen wir, da passiert das faktisch gesehen schon. Und wichtig, aktuell ist eher auch so die Situation, dass man nicht sofort offensichtlich Leute feuert, sondern eher, dass man auch weniger Stellen ausschreibt.

Also 2024 war das erste Jahr, in dem es einen nachweislichen Rückgang an Stellenausschreibung im Software-Engineering-Bereich gab. Das heißt, die Entwickler werden nicht direkt alle gefeuert, aber es werden keine neuen ausgeschrieben. Und das führt fortfolgend die nächsten Jahre natürlich zu viel mehr Arbeitslosigkeit, weil die Juniors einfach keine Jobs mehr landen. Jetzt beispielsweise im Bereich Coding oder sich da komplett neu aufstellen müssen.

Denn das ist jetzt auch jedem schon bekannt, was man immer wieder hört, du wirst nicht vom KI ersetzt, sondern von einem anderen Menschen, der KI nutzt. Ja, haben wir alle schon gehört. Aber letztendlich ist es ja so, dass dann jemand, der viel Berufserfahrung mitbringt, ein Senior-Ingenieur mit KI Faktor 10 so produktiv ist. Und dadurch brauche ich eben keine neuen mehr einstellen.

Das betrifft halt alle Jobs, alle Bereiche. Gerade Wissensarbeiter sind massiv betroffen. Also die, die sich gerade am sichersten gewohnt haben die letzten Jahrzehnte. Mittelschicht-Jobs, Oberschicht-Jobs, die sind am meisten betroffen.

Aber auch da hört es nicht auf. Denn was aktuell auch noch extrem unterschätzt wird, sind humanoide Roboter. Und die Entwicklung wird kommen so ab 2027. Und das wird nochmal eine ganz neue Welt der KI sein.

Das heißt, auch da ist auch physische Arbeit nicht mehr abgesichert. Und wird völlig ersetzt werden. Auch denken wir an Dinge wie 3D-Druck und so weiter. Deswegen bin ich da absolut nicht optimistisch.

Jetzt ganz allgemein, was das Thema angeht. Und ja, dass sich alles einfach so regeln wird, wenn man nichts tut. Aber auf der anderen Seite will ich natürlich auch sagen, dass all jene, die das jetzt erkennen und die Chancen erkennen, natürlich auch viel mehr Möglichkeiten haben. Weil es entstehen neue Jobs.

Wo entstehen die? Vor allem im Bereich AI und Digitalisierung. Also die Unternehmen suchen gerade händeringend nach Fachpersonal, welches ihnen dabei hilft, diese KI-Lösung zu integrieren, um die anderen loszuwerden sozusagen. Und da entstehen gerade große Chancen, zumindest mal die nächsten fünf bis zehn Jahre, für alle, die sich in diesem Feld bewegen. Ja, ich hoffe, dass wir danach nicht mehr arbeiten müssen, dass die KI dann die Wertschöpfung übernimmt.

Ich war letzte Woche auf dem Transfer-Log-Kongress auf der Hannover Messe. Das ging um Robotik und KI. Das hieß dann ein Bot für alle Fälle mit Schwerpunkt Logistik. Da hatten die ein Case-Study von Otto, dem großen Online-Versender.

Die haben eine Partnerschaft mit Boston Dynamics und die räumen schon per Roboter die Seefracht-Container aus. Und die haben humanoide Roboter im Lager rum. Die haben so kleine Roboter, die die Paletten von A nach B fahren können. Und die haben diesen Hund, Spot heißt er, glaube ich, von Boston Dynamics.

Der läuft wache um ein Lager. Ich glaube, sie hatten keinen besseren Anwendungsfall für den, als den so ein bisschen öffentlichkeitswirksamer patrouillieren zu lassen. Dabei war ich selber. Ich hatte die Möglichkeit, mit einem Roboter zu spielen von der Leibniz-Universität.

Der konnte noch nicht so wahnsinnig viel. Der war so 1,20 groß, lief zwei Stunden, kostete 30.000 Euro und konnte nicht mal die Hände bewegen. Da lief noch einer mit Fernbedienung hinterher und zeigte, wo der hin muss. Aber was viele Leute da verkennen, da stimme ich dir zu, ist, das ist ja nicht das Endstadium der Robotik.

Genauso wie die KI, die wir jetzt haben, die schlechteste KI ist, die wir jemals haben werden. Ich glaube, da müssen viele Menschen mental deutlich flexibler werden, als sie aktuell sind. Absolut. Wie gehst du da selber ran? Ihr macht ja auch News-Content.

Ich habe es versucht, am Anfang auf dem Laufenden zu bleiben. Aber es ist ja unfassbar, man kommt ja nicht hinterher. Wie geht ihr da selber mit um, dass man gefühlt eine Lösung aufbaut? Du baust den KI-Agenten in N8n von mir aus, baust das alles ganz toll zusammen mit den APIs, dann haut Claude nächste Woche die MCPs raus, kannst das ganze Ding wieder über den Haufen schmeißen. Wie handelt ihr diesen Innovationsdruck? Da gibt es mehrere Antworten auf die Frage.

Einerseits finde ich es sehr wichtig, dass man sich grundlegend auskennt, dass man die ganzen Themen besser einordnen kann. Agents, MCP und so weiter. Das ist so ein typisches Problem, das glaube ich jeder kennt, der sich tiefer in KI einarbeitet, weil es ein absolutes Rabbit Hole ist. Man kann sich extrem darin verlieren und man tendiert zu dieser Tool-Paralyse.

Kommt irgendwas Neues raus, neues Tool, neues Tool, neues Tool und da verlieren sich die Leute drin. Demnach finde ich es wichtig, dieses Grundverständnis aufzubauen. Also überhaupt mal zu verstehen, was genau ist jetzt ein Agent? Was macht ein LLM? Was sind die Stärken? Was sind die Schwächen? Wann sollte ich ein Workflow nutzen? Wann sollte ich ein Agent nutzen? Was kann jetzt MCP? Also ich sollte das grundlegend verstehen, auch als Unternehmer. Also jeder sollte das im Kern verstehen, der sich ansatzweise mit diesen Themen befassen muss.

Und weil dann kann ich das besser einordnen und habe gar nicht mehr dieses Fear of Missing Out, was jetzt beispielsweise kommt. Es ist dann interessant. Natürlich schaue ich mir das an, aber kann es im Zweifel besser einordnen, sage ich mal, als jemand, der jetzt gerade ganz neu ist in dem Feld. Und deswegen finde ich eine tägliche Routine wichtig.

Also wenn ich jetzt ein normaler Unternehmer bin, dann reichen 10 bis 15 Minuten, würde ich jetzt sagen, am Tag aus, wo ich mir vielleicht ein YouTube-Video anschaue oder ein Newsletter abonniere, sodass ich einfach täglich up-to-date bleibe. Also das finde ich schon einen sehr wichtigen Skill und würde auch nicht sagen, man sollte das jetzt irgendwie komplett ignorieren und irgendwie ausschalten, damit man einfach am Puls der Zeit ist, weil es immer wieder auch Updates gibt, die man sofort nutzen kann, während die Konkurrenz noch schläft. Also neuestes Video-Tool kommt raus und ist auf einmal state-of-the-art. Neues Audiomodell kommt raus, ist state-of-the-art.

Also wenn ich einer der Ersten bin, offensichtlich profitiere ich dann davon, wenn die anderen es noch nicht gesehen haben. Deswegen finde ich eine tägliche Routine wichtig und genau so mache ich das letztendlich auch. Also ich habe eine tägliche Routine für mich seit Jahren, wo ich mich jetzt täglich mit AI beschäftige, vielleicht länger als jetzt der normale Unternehmer, der AI nicht verkauft, klar, weil das ist halt mein Job. Aber grundlegend ist die Routine wichtig oder sich dann am Wochenende, zumindest mal am Samstag, Sonntag nochmal ein paar Stunden Zeit zu nehmen und dann zu sagen, jetzt mache ich mal eine fixe Sache.

Ich eruiere vielleicht jetzt erstmal in unserem Unternehmen, wo haben wir, mache vielleicht eine Process Map mal auf und schaue mir all unsere Prozesse an und gehe dann jeden Prozess durch und überlege mir, wo kann ich AI einsetzen. Also, dass ich mir wirklich mal feste Zeitblöcke reinsetze, um mich in die Themen reinzuwerfen. Was ich dann ganz gerne als Tipp gebe, ist sehr, sehr ähnlich. Ich sage den Unternehmern, dann macht doch mal die Chat-GPT-App auf dem Handy auf, im Voice-Mode und dann babbelt ihr da einfach mal rein und fragt Chat-GPT, was ich in meinem Unternehmen mit AI machen kann.

Weil dann kriegst du ja automatisch die Fragen zurück von der KI, sagen, erzähl mir mal, was machst du denn, welche Prozesse hast du, wo drückt gerade der Schuh und dann wird man da selber so durchgeführt. Das ist so ein spielerischer Ansatz, der aus meiner Erfahrung ganz gut ankommt bei den Unternehmern. Hast du ähnliche Tipps, die die Zuhörer so mitnehmen könnten für den Alltag? Ja, also Brainstorming ist einer der besten Anwendungsfälle mit AI. Also, sich selbst kritisieren zu lassen, challengen zu lassen.

Also, das würde ich auf jeden Fall exakt erst mal so unterschreiben, wie du sagst. Top. Wie schätzt du das ein, was die Auswirkung ist von KI auf Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen? Weil es gibt so ein paar, die sagen, habe ich jetzt erst letzte Woche mitgesprochen, die jage ich schon seit sechs Monaten, weil die bei uns im Ort sind, ich die gerne als Kunden haben würde. Jedes Mal, wir haben keine Zeit, wir haben keine Zeit, wir haben gerade dies, wir haben gerade das, immer brennt irgendwo irgendwas.

Und dann hast du die anderen, die sagen, dem habe ich heute Morgen gesprochen, einen Kunde. Ich arbeite zwar 18 Stunden im Moment, weil die sagen, wir wollen lieber die fehlende Manpower durch KI-Prozesse dann realisieren, anstatt, dass wir eine neue Position oder zwei ausschreiben, die dann diese extra Meile gehen wollen. Lohnt sich das oder ist das vergebene Liebesmüh in deinen Augen? KI oder den Leuten zu versuchen, das zu verkaufen, die es nicht verstehen? Nee, den Leuten das zu verkaufen, was sie nicht verstehen, ist schwierig. Aber KI generell, diese Zeit extra zu investieren, um diesen Wettbewerbsvorteil zu kriegen.

Okay, ja sicher. Also es ist halt so, die Karten werden gerade neu gemischt. Also wir sitzen quasi am Tisch oder die großen Spieler, alle sitzen gerade am Tisch. Die Karten werden völlig neu gemischt und jeder Unternehmer, muss ich jetzt die Frage stellen, spiele ich mit mit den neuen Karten? Und das bietet enorme Chancen, gerade für all jene, die vielleicht auch das Gefühl hatten, die letzten Jahrzehnte gebeutelt geworden zu sein oder den Anschluss schon verpasst zu haben.

Vielleicht in der Internet-Revolution, bei Social Media war ich zu spät, beim Internet war ich zu spät. Aber jetzt werden die Karten nochmal neu gemischt. Und gerade, wenn ich jetzt das Gefühl hatte, ich kam nicht mehr hinterher, habe ich jetzt die Chance mitzuspielen und auch meine Konkurrenten, die vielleicht schon größer und weiter sind, auszuboten, dadurch, dass ich all-in gehe in AI. Aber genauso gut gibt es auch Leute, die die Entscheidung treffen, ich gucke da jetzt einfach zu, wie die erwachsenen Männer spielen am Tisch und stehe einfach an der Seitenlinie und schaue dabei zu, wie ich quasi ausgespielt werde und am Ende gar nicht mehr vorhanden bin in diesem Raum.

Und das sind dann eben genau die Leute, die du gerade eben angesprochen hast, die sagen, nee, KI, das ist jetzt nur, da haben wir jetzt keine Zeit für. Also das ist ja eine Farce, das ist ja völlig lost. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, ja. Merkst du, seitdem wir angefangen haben mit diesem Thema KI, dass sich die Einstellung deutscher Unternehmen zu dem Thema geändert hat und die Unternehmen offener werden? Offener werden? Ja, definitiv.

Also es wird auch immer mehr. Man muss sagen, es wird gerade so die letzten, dieses Jahr noch, aber auch letztes Jahr viel wird diskutiert in Deutschland über sollen wir KI, ja oder nein, dürfen wir es, ja oder nein und so weiter, so diese Grundlagendiskussion. Und die löst sich jetzt gerade immer mehr auf. Also das wird nächstes Jahr aus meiner Sicht komplett aufgelöst sein, also spätestens Ende nächsten Jahres.

Aber die Realität, die müssen wir uns auch vor Augen führen. Also das aktuell viele noch philosophieren, sollten wir es machen. Aber das dröselt sich gerade immer mehr auf. Das heißt, wir haben eine Entwicklung weg vom Ob hin zum Wie.

Die Frage wird gerade immer mehr, wie setzen wir es ein, wie setzen wir es ein, was kann KI wirklich, wo macht es wirklich Sinn, was gibt es für Use Cases und so weiter. Das sind die Fragen, die gerade super relevant werden und für die es, wo es demnach auch große Chancen gibt, weil die Suche danach wächst und ich mich jetzt auch als Anbieter im KI-Bereich beispielsweise. Wir haben da ja auch die letzten Jahre viele ausgebildet, zum Beispiel im Bereich Voice Agents, die jetzt immer mehr rausgehen, auch mit ihren Lösungen, das wiederum weiterverkaufen und unternehmen. Also wenn ich halt mich spezialisiere in einem Bereich, dann kann ich jetzt immer mehr Suchanfragen auch abfangen von den ganzen Unternehmen, die gerade Hände ringend nach KI-Lösungen suchen.

Also aktuell nehme ich es auch so wahr, dass wir mehr Nachfrage als Angebot sogar haben, zumindest als gutes Angebot. Das ist bei uns auch so. Also wir haben gerade auch einen Aufnahmestopp sozusagen, haben eine Warteliste für größere KI-Projekte, stellen laufend Entwickler ein, weil wir sehen, es gibt so viel Nachfrage und so viele Unternehmer, die es verstanden haben, dass da definitiv ein Aufwachen spürbar ist. Das ist sehr, sehr gut zu hören.

Die größte Keule, die mir dann von vielen Unternehmern oder viel mehr von der Führungsebene um die Ohren gehauen wird, ist dieses leidige Thema Datenschutz, was oft daran liegt, dass die Datenschützer im Unternehmen selber nicht verstehen, wie KI eigentlich funktioniert. Siehst du das bei euch ähnlich, dass man die Datenschützer erstmal abholen muss mit diesem Punkt, okay, du kannst das auch in Frankfurt in der Microsoft Cloud laufen lassen oder du kannst es auch offline laufen lassen, ohne dass du Daten in ein KI-Modell reingibst? Ja, also ich will dazu Folgendes sagen, und zwar, dass dieses Thema primär als die größte Ausrede ever in Deutschland ist. Es wird einfach nichts zu tun. Ich will einfach nichts machen.

Ich will einfach so bleiben, wie ich bin. Ich habe keinen Bock, irgendwas zu tun. Dann sage ich einfach Datenschutz. Und was mich dabei besonders aufregt, dass diese Leute oder die sogenannten Datenschützer offenbar am wenigsten Ahnung eigentlich von Datenschutz überhaupt haben, weil dann, wie gesagt, genau dieses Thema, was du jetzt gerade gebracht hast, ja, deutsche Server.

Ist das überhaupt auf Deutsch? Deutsche Server haben erstmal grundlegend nichts mit Datenschutz zu tun. Natürlich ist es gut, aber ich kann auch auf US-Servern problemlos DSGVO-compliant sein. Also diese Ausrede ist Hanebüchen. Es wird aber auch von KI-Agenturen, muss man auch dazu sagen, die immer mehr entstehen, fälschlicherweise in den Markt getrieben.

Also da gibt es dann welche, die sagen, ja, du musst alles auf deutschen Servern haben, was auch wiederum Quatsch ist. Also ich sehe sehr viel Ausreden rund um das Thema, sehr viel fehlendes Wissen rund um dieses Thema. Es ist wichtig, man sollte es beachten, aber es ist alles eigentlich sehr pragmatisch, lösbar und handelbar. Weshalb ich auch sagen muss, dass wir recht wenig Diskussion eigentlich zu dem Thema haben.

Also wir haben viele, die zu uns kommen, die sagen, okay, ich habe mir vielleicht irgendwo schon die Finger verbrannt. Ich will es jetzt mal sauber aufsetzen mit euch, weil ich weiß, ihr könnt das. Aber wir diskutieren eigentlich recht wenig darüber, weil man auch alles ziemlich schnell, sage ich mal, Leute an die Wand spielen kann oder entkräften kann, weil man sofort entlarvt, dass es eigentlich nur ein Vorwand ist, um sich nicht weiterzuentwickeln. Ja, und für die Wissenslücke gibt es ja Everlast AI, wo man sich dann das Wissen holen kann.

Sehr geil. Kleiner Schwenk im Thema, bisschen aus Eigeninteresse getrieben, wenn ich ehrlich bin. Und zwar habe ich zwei Töchter, fünf und die andere wird im November zwei. Und ich habe früher mal gedacht, ich habe selber in Wirtschaftsinformatik Hintergrund, meine Kinder lernen irgendwann Programmieren, weil du als Programmierer lernst, Probleme zu analysieren, strukturiert zu denken und strukturierte Lösungen zu finden.

Nun haben wir ja schon gesagt, Programmierer sind die ersten, die unter der KI-Revolution leiden und die extrem Probleme bekommen. Und wir sehen es bei uns auch. Also wir stellen auch keine neuen Programmierer mehr ein, sondern wir geben denen irgendwelche KI-Tools an die Hand, um produktiver zu werden. Wie siehst du die Herausforderungen an die jetzt aufwachsende Generation? Was kann man denen mit an die Hand geben? Ja, da gibt es massive Herausforderungen.

Also ich sehe da auch viel Unheil auf uns zu rollen, sage ich jetzt einfach mal so. Weil was ist das Problem? Also gerade bei jüngeren Generationen, die es halt nicht so einfach einordnen können, wie wir beide oder die Zuhörer im Zweifel, also die Ausgaben von Chattavity mal kritisch zu hinterfragen, zu bewerten. Da gibt es ja auch viele Studie, oder gibt es die ersten Studien, besser gesagt mittlerweile jetzt zu vom MIT beispielsweise, die das untersucht haben, dass die Leute förmlich degenerieren. Und was man dazu sagen muss, also es ist ein großes Problem.

Das ist das eine, was ich sehe. Das zweite, was ich sehe, ist, dass Wissen nichts mehr wert ist. Also Leute, die jetzt veraltetes Wissen lernen in einem Studium, also halte ich persönlich auch nicht mehr für zeitgemäß, weil es ist ja alles verfügbar über AI. Niemand fragt mehr nach, nach Wissen.

Andere Skills werden wichtiger in Zukunft. Das ist natürlich nichts, was ich jetzt abschließend selbst lösen kann. Also das Bildungssystem da auf einmal zu oder sonst was. Ich finde es interessant, darüber zu sprechen.

Ich stelle die Frage gerne auch, also wie wird sich das entwickeln mit AI Native Generation und so weiter. Ich frage mich halt immer, was ist meine Implikation daraus als Unternehmer? Eine Implikation wäre sich anzuschauen, wie gehen diese Kinder denn mit KI um? Denn sie werden natürlich nicht nur dümmer, sie werden auch viel schlauer. Also die einen werden ja auch viel schlauer und sie arbeiten nativ einfach mit AI. Also sie setzen zum Beispiel eine Voice-Interaktion mit AI schon voraus.

Also wenn du aktuell vielleicht noch ein Publikum hast, welches sagt, ja mit einem Voice-Agent, ich will ja mal mit einem Mensch sprechen und so weiter. Spätestens die nächste Käufer-Generation, da ist es genau umgekehrt. Die sagt, was willst du mit einem Mensch? Die AI ist doch viel besser. Ich spreche seit klein auf mit AI.

Meine Große macht seit einem Jahr Ausmalbilder mit Chat-GPT über Voice. Also die lernt das gar nicht anders und lässt sich Gute-Nacht-Geschichten erzählen. Und dann denken wir uns immer Gute-Nacht-Geschichten aus mit AI und lassen die das dann vorher erzählen und so weiter. Weil ich versuche halt sie möglichst praxisnah da ranzuführen.

Genau das, was du sagst. Es ist am Ende ein Werkzeug. Es macht am Ende erstmal nur einen Unterschied, traue ich mich an KI ran und kann ich das nutzen oder lasse ich da erstmal die Finger von. Und ich glaube, dass da auf die Jugend, ich hatte vor ein paar Wochen, hatte ich Viola Patricia Herrmann hier im Podcast, die ist in Berlin, vertritt da im Bundestag die Initiative Schule der Zukunft und organisiert dann solche Geschichten wie VR-Headsets für ganze Klassenzüge und KI-Tutoren für jedes Kind in der Klasse und so weiter, um da halt das Thema ein bisschen aufzuspielen.

Aber ich glaube, da ist Deutschland noch nicht ready für das, was da wirklich auch dazukommt. Ja, definitiv. Also es wird ein großer Trend werden. Also personalisierte Lernerlebnisse in Schulen.

Also ich hatte letztens auch ein interessantes Interview mit dem Sebastian Thrun und der ist seit über 20 Jahren Stanford-Professor und dem habe ich auch mal gefragt, wie siehst du eigentlich so die Unterschiede zwischen Deutschland und USA? Und er sagt halt auch, in den USA wird völlig positiv damit umgegangen. Es wird den Leuten KI-Zugang zur Verfügung gestellt an den Schulen, an den Unis und das wird auch notwendig sein müssen. Wohingegen in Deutschland, wenn ich mit deutschen Professoren spreche, eher dann darüber nachgedacht wird, wie man jetzt möglichst gut KI-Texte erkennen kann. Ganz am Thema vorbei, genau.

Ja, sehr gut. Vielen Dank für deine Einschätzung dazu. Wir sind schon über einer halben Stunde. Ich kappe normalerweise die Interviews so in diesem Bereich, wo vielleicht als zwei abschließende Fragen oder als eine abschließende Frage.

Wo siehst du uns in den nächsten zwölf Monaten? Was müssen Unternehmer wissen, um sich auf die nächsten zwölf Monate vorzubereiten? Also Unternehmer müssen jetzt zunächst einmal wissen, dass sie keine Wahl haben. Also ich muss mitspielen, ansonsten bin ich einfach weg vom Fenster in zwei, drei Jahren und dann muss ich jetzt zunächst einmal anfangen. Also wir haben ja heute auch gut über diese grundlegenden Themen gesprochen. Wenn ich da geschlafen habe die letzten Jahre, dann schnellstmöglich, am besten noch heute, am besten.

Key Takeaways

  • Grundlagen zuerst: Papierloses Unternehmen und CRM-System vor KI-Projekten
  • Tägliche KI-Routine: 10-15 Minuten am Tag reichen, um auf dem Laufenden zu bleiben
  • Massive Jobveränderungen kommen: Wissensarbeiter sind am stärksten betroffen
  • Humanoide Roboter ab 2027: Auch physische Arbeit wird transformiert
  • Datenschutz als Ausrede: Viele nutzen DSGVO-Bedenken, um KI zu blockieren — dabei ist es lösbar

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Über den Autor

Jan Koch

Jan Koch

KI Experte, Berater und Entwickler. Ich helfe Unternehmern und Entwicklern, KI effektiv einzusetzen - von der Strategie bis zur Implementierung.

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